Verbrennungen bei Kindern haben wieder zugenommen

Hannover, 25. Juli 2010. Das Kinderkrankenhaus auf der Bult verzeichnet in diesem Jahr wieder mehr thermische Verletzungen wie Verbrennungen oder Verbrühungen bei Kindern. Im vergangenen Jahr wurden 120 Kinder mit Verbrennungen oder Verbrühungen behandelt, 2008 waren es noch 93. Im laufenden Jahr 2010 hat das Kinderkrankenhaus auf Bult schon fast 70 Patienten mit thermischen Verletzungen behandelt. Das Kinderkrankenhaus auf der Bult ist die einzige Einrichtung in Niedersachsen mit Spezialbetten für Kinder mit thermischen Verletzungen. Die Abteilung Kinderchirurgie und Kinderurologie gehört zum Zentrum Kinderchirurgie Hannover und ist seit vielen Jahren spezialisiert auf die Behandlung schwerbrandverletzter Kinder.

 

Die ganz große Zahl der thermischen Verletzungen sind häusliche Unfälle. Meist sind es Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten, die sich zum Beispiel beim Herabziehen von Töpfen, Kannen mit Tee oder Kaffee auf das Kind ergießen. Auch in den wärmeren Monaten treten regelmäßig Verbrühungen auf. Beim Spielen und Herumrennen sind die Kinder im Sommer leichter bekleidet, die bloße Haut wird direkt von den heißen Flüssigkeiten getroffen. „Eine einzige Tasse mit heißem Tee kann bei einem Kleinkind schon lebensgefährliche Verbrennungen von bis zu 30 Prozent der Körperoberfläche nach sich ziehen“, sagt Oberärztin Dr. Mechthild Sinnig, die im Kinderkrankenhaus die leitende Chirurgin für die Behandlung von Verbrennungen ist. Bei Kleinkindern treten auch häufig Handverbrennung bei Kontakt mit Backofentüren, Herdplatten, Elektrogrillgeräten oder Bügeleisen auf. Wichtig ist auch, dass man heiße Töpfe, Grille oder Friteusen nicht in Reichweite von Kindern abstellt, schon gar nicht auf dem Fußboden. „Kleinkinder können nicht sehen und verstehen, dass diese Sachen heiß und gefährlich sind. Sie greifen einfach rein, wenn sie etwas Spannendes entdecken“, sagt Dr. Sinnig.

 

Etwa 70 Prozent der Patienten mit thermischen Verletzungen im Kinderkrankenhaus auf der Bult sind unter drei Jahre alt, weitere zehn Prozent sind zwischen drei und vier Jahre. Diese schweren Verletzungen sollten nicht unterschätzt werden. Nicht selten entstehen lebenslang sichtbare Narben, die oft  mehrfach operiert werden müssen. Die Behandlungen und zahlreichen Operationen sind für die  Kinder und Angehörigen eine oft jahrelange, aufwendige und schmerzhafte Prozedur. Im Jahr 2009 mussten im Kinderkrankenhaus auf der Bult bei 56 der 120 Patienten mit Verbrennung  Hauttransplantationen durchgeführt werden.

 

Verbrennungen beim Grillen sind nach Beobachtungen von Dr. Sinnig in Niedersachsen zum Glück weniger geworden. Das liegt auch daran, dass die Aufklärungskampagnen durch die Initiative für brandverletzte Kinder, Paulinchen e.V. Wirkung zeigen. Die Initiative für brandverletzte Kinder appelliert immer wieder, beim Grillen auf gar keinen Fall Spiritus zu benutzen, da es hierbei durch Verpuffung zu einer meterhohen Flammenwand kommen kann, die die oft daneben stehenden Kinder erfasst und lebensgefährlich verbrennt. Eine weitere Gefahr die vom Grillen ausgeht, entsteht, wenn die noch heiße Grillkohle einfach auf den Rasen oder ins Gebüsch geschüttet wird und die Kinder barfuss hineintreten. Dies führt zu sehr schmerzhaften und tiefen Verbrennungen an den Fußsohlen.

 

Hinweis: Am 12. Dezember 2010 wird das Kinderkrankenhaus auf der Bult gemeinsam mit Paulinchen e.V., der Initiative für brandverletzte Kinder, den „Tag des brandverletzten Kindes“ veranstalten. Informationen dazu folgen.  

 

 

 

Informationen für einen möglichen Info-Kasten:

 

Was tun, wenn sich Ihr Kind verbrannt hat?

 

Rufen Sie immer den Notarzt: 112!!

 

Kleine Verbrennungen sollten bis zur Schmerzlinderung gekühlt werden, das Wasser sollte nicht zu kalt sein (nicht unter 15°C), da die Gefahr der Unterkühlung besteht. Bei großflächigen Verbrennungen (ab circa 10 Prozent der Körperoberfläche) sollte die Kühlung nicht länger als 10 Minuten andauern. Nach der Kühlung sollten die Wunden steril, bzw. sauber abgedeckt werden, Brandsalben, Gele oder Hausmittel sollten nie auf die Brandwunde aufgetragen werden!!!!! Danach sollte das Kind in eine warme Decke gehüllt werden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Verletzungen durch Chemikalien (z.B. Spiritus) müssen mit Wasser gespült werden, die Chemikalie sollte im Krankenhaus genau benannt werden, damit eventuelle Reaktionen beachtet werden können. Ihr Kind steht unter Schock. Lassen Sie es nicht alleine, bis der Notarzt kommt.


Kontakt:

Björn-Oliver Bönsch
Öffentlichkeitsarbeit
Kinderkrankenhaus auf der Bult
Träger: Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt
Janusz-Korczak-Allee 12
30173 Hannover
Mobil: 0177 / 293 33 42
Tel.:  +49 511/8115-1117
Fax: + 49 511/8115-99 1117
boensch@hka.de

 

 

Doppelspitze führt künftig die Kinder- und Jugendpsychiatrie weiter

5 Jahre KiCK – Große Feier am 8. September mit Hannover 96-Trainer Mirko Slomka weiter

 

Oberärztin/-arzt und Assistenzärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie weiter

Assistenzärztin/-arzt für Kinderanästhesie weiter

Mitarbeiter/ in für das Erlös- und Abrechnungsmanagement weiter

Oberärzte/innen für Kinderchirurgie für die Abteilung Kinderchirurgie und Kinderurologie weiter

Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege weiter

Fachärztin /-arzt für Pädiatrie bzw. Assistenzärztin/-arzt für Pädiatrie weiter

Zivis gesucht für 2010/2011 weiter

Fachärztin/-arzt für Kinderchirurgie und Kinderurologie weiter

 

Fortbildungsreihe Neuropharmakologie weiter

Amplitudenintegrierte EEG in der Neonatologie weiter

Pflege- und Erziehungsdienst 2010 Vorschau auf Fortbildungen weiter

Der ungelöste Fall weiter

Fortbildungsreihe "Epilepsien im Kindes- und Jugendalter" weiter

Startseite
Impressum